„Du bist genauso wichtig wie dein Baby“ – Ein Gespräch mit Raphaela von Nestling
Es ist mir ein Herzensanliegen, Frauen und Unternehmen sichtbar zu machen, die Familien rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Frauengesundheit begleiten. Deshalb stelle ich euch hier regelmässig Menschen und Angebote vor, die mit viel Fachwissen und Herzblut wertvolle Arbeit leisten.
Diesmal möchte ich euch einen Blick hinter die Kulissen von Nestling ermöglichen. Raphaela hat ihr Herzensprojekt nach der Geburt ihrer ersten Tochter gegründet. In dieser besonderen Zeit wurde ihr bewusst, wie wichtig die Versorgung und Fürsorge für frischgebackene Mütter nach der Geburt ist – und wie oft genau diese Unterstützung fehlt.
Diese Gedanken haben mich sofort angesprochen. Auch ich habe nach der Geburt meiner ersten Tochter erlebt, wie entscheidend eine gute Begleitung im Wochenbett sein kann.
Raphaela hat ihre Leidenschaft fürs Kochen mit ihrem Wissen über nährstoffreiche, gesunde Ernährung verbunden und daraus ein einzigartiges Angebot für Wöchnerinnen geschaffen.
Warum sie dieses Herzensprojekt neben ihrer Familie mit so viel Engagement führt, was sie an der Arbeit mit frischgebackenen Müttern besonders berührt und weshalb Ernährung im Wochenbett weit mehr ist als reine Nahrungsaufnahme, erfahrt ihr im folgenden Interview.
Raphaela in Ihrem Element
Sie hat ihre Leidenschaft fürs Kochen mit ihrem Wissen über nährstoffreiche, gesunde Ernährung verbunden und daraus ein einzigartiges Angebot für Wöchnerinnen geschaffen.
Was hat dich dazu bewegt, Essen für Wöchnerinnen anzubieten?
Für mich begann alles mit meiner eigenen Erfahrung und dem, was ich bei Freundinnen gesehen habe. Nach Geburten habe ich begonnen, Freundinnen und ihren Familien Essen zu bringen – warme, nährende Gerichte. Und ich habe jedes Mal gespürt, was das auslöst: diese Erleichterung, Entlastung und Wärme. Dieses „Ich werde gesehen“. Das hat mich nicht mehr losgelassen, und daraus ist Nestling entstanden.
Gab es einen ganz konkreten Moment oder eine prägende Erfahrung, in der dir klar wurde: Genau das ist mein Weg?
Es war eher ein leises, aber immer stärker werdendes Gefühl. Dieses Wissen, dass da etwas fehlt – und dass genau darin so viel Kraft liegt: Frauen in dieser sensiblen Zeit wirklich zu nähren. Ich glaube fest daran, dass, wenn wir Frauen in dieser Phase stärken, sich alles verändert.
Frauen leisten Unglaubliches und stehen danach oft alleine da – müde, hungrig, überfordert. Und statt gehalten zu werden, greifen sie zu irgendeinem schnellen Snack. Das hat sich einfach falsch angefühlt. Ich wusste: Ich will genau da etwas verändern.
Wenn du auf dein eigenes Wochenbett zurückblickst – wie hast du diese Zeit erlebt und wonach hast du dich damals am meisten gesehnt?
Ehrlich? Ich darf auf zwei sehr unterschiedliche Wochenbetten zurückblicken, und beide waren wunderschön und gleichzeitig extrem fordernd. Es ist eine Phase der Transformation – loslassen, fühlen und sein.
Und ich hätte mir sehr gewünscht, einfach gehalten zu werden. Nicht stark sein zu müssen, sondern versorgt zu sein – mit warmem Essen, mit Fürsorge, mit diesem Gefühl: Du bist nicht allein, du wirst getragen. Genau das ist heute mein Antrieb.
Warum ist die Ernährung im Wochenbett aus deiner Sicht so entscheidend?
Weil dein Körper gerade Unglaubliches leistet. Er heilt, regeneriert, nährt dein Baby und trägt dich durch ein emotionales Auf und Ab. Und genau in dieser Phase wird Ernährung oft zur Nebensache. Dabei ist sie dein Fundament. Ohne echte Nährstoffe fehlt dir die Kraft, die du jetzt so dringend brauchst.
Suppen, Eintöpfe, lange gekochte Gerichte. Nahrung, die dich von innen hält, dich erdet und dir Stück für Stück deine Energie zurückgibt.
Was brauchen Frauen in dieser sensiblen Zeit – körperlich und emotional?
Wärme. Tiefe Nährung. Ruhe. Und das Gefühl, gehalten zu sein. Essen, das dich stärkt statt erschöpft. Und die Erlaubnis, dich selbst nicht zu vergessen.
Gibt es typische Dinge, die Frauen im Wochenbett eher schwächen als stärken?
Ja – dieses stille „Ich muss das alleine schaffen“. Und dann: kalte Snacks, unregelmäßiges Essen, irgendetwas zwischen zwei Stillpausen. Das raubt dir Energie, statt dich aufzubauen. Dein Körper braucht jetzt Fürsorge – keine Kompromisse.
Welche Lebensmittel oder Gerichte sind besonders nährend und unterstützend?
Alles, was warm ist. Sanft. Kraftvoll. Suppen, Eintöpfe, lange gekochte Gerichte. Nahrung, die dich von innen hält, dich erdet und dir Stück für Stück deine Energie zurückgibt. Nicht einfach Essen, echte Nahrung.
Nicht einfach Essen, echte Nährung.
Von Nestling werden nahrhafte Gerichte direkt nach Hause ins Wochenbett geliefert. Damit sich die Frischgebackene Mama erholen kann und auch ganzheitlich von Innen heilen darf.
Was berührt dich besonders in der Arbeit mit Wöchnerinnen?
Diese Ehrlichkeit. Diese Verletzlichkeit. Und dann diese Dankbarkeit. Wenn mir eine Mama schreibt: „Das war heute mein Anker“ oder „Das hat mir heute so gutgetan“, das trifft mich jedes Mal tief.
Gibt es ein Gericht, das besonders gerne bestellt wird oder das dir persönlich am Herzen liegt?
Definitiv die Suppen – und vor allem die Kraftsuppe. Sie sind so simpel und gleichzeitig so kraftvoll. Für mich sind sie der Inbegriff von Fürsorge. “A hug for your tummy.”
Wie siehst du die Verbindung zwischen Ernährung, Heilung und Rückbildung oder Körpergefühl?
Die ist direkt. Wenn dein Körper bekommt, was er braucht, heilt er besser, schneller und nachhaltiger. Und du fühlst dich auch anders – stabiler und verbundener mit dir selbst. Ernährung ist kein Extra. Sie ist die Basis, sie ist dein Fundament.
Was bedeutet für dich „genährt sein“ – über das Essen hinaus?
Genährt sein heißt: Ich werde gesehen. Ich werde gehalten. Ich muss nicht stark sein. Es ist dieses Gefühl von Wärme, von Vertrauen, von „Ich bin nicht allein“. Essen ist ein Teil davon, aber dahinter steht etwas viel Größeres: echte Fürsorge.
Was möchtest du jeder frischgebackenen Mama von Herzen mitgeben?
Du bist genauso wichtig wie dein Baby. Punkt. In all dem Neuen, in all dem Wandel – vergiss dich nicht. Du darfst gehalten, genährt und umsorgt werden.
Was würdest du Frauen raten, die sich im Wochenbett Unterstützung wünschen, sich aber schwer tun, diese anzunehmen?
Erlaub es dir. Du musst nichts beweisen. Hilfe anzunehmen ist kein Scheitern oder Versagen – es ist ein Akt von Liebe und Selbstfürsorge. Für dich. Und für dein Baby.
Wenn dich Raphaelas Geschichte berührt hat oder du eine werdende bzw. frischgebackene Mama kennst, für die dieses Angebot wertvoll sein könnte, nimm gerne Kontakt mit Nestling auf.